Angeln am Starnberger See – Meine Erfahrungen, Hotspots und bewährte Fangmethoden
Der Starnberger See ist für mich eines der schönsten Angelgewässer in Bayern. Seit vielen Jahren verbringe ich hier jede freie Minute – ob im Frühjahr auf Hecht, im Sommer auf Renken oder im Herbst auf kapitale Barsche. Der See überrascht mich immer wieder, denn kaum ein Angeltag verläuft wie der andere.
Mit einer Fläche von rund 57 km² und Tiefen von über 120 Metern gehört der Starnberger See zu den größten und tiefsten Voralpenseen Deutschlands. Das glasklare Wasser sorgt zwar für hervorragende Bedingungen für viele Fischarten, macht die Fische aber auch vorsichtig. Wer erfolgreich angeln möchte, muss deshalb sein Gerät und die Köder den jeweiligen Bedingungen anpassen.
Zu den häufigsten Zielfischen gehören Hecht, Barsch, Renke, Seeforelle, Seesaibling, Aal, Schleie, Karpfen sowie verschiedene Weißfische. Je nach Jahreszeit halten sich die Fische in unterschiedlichen Tiefen und Gewässerbereichen auf.
Meine bevorzugten Angelplätze am Starnberger See
Im Laufe der Jahre haben sich einige Bereiche herauskristallisiert, an denen ich regelmäßig gute Erfahrungen gemacht habe. Natürlich gibt es keine Fanggarantie, aber diese Plätze sind immer einen Versuch wert.
Possenhofen
Rund um Possenhofen gibt es schöne Schilfkanten und flach auslaufende Bereiche. Hier konnte ich besonders im Frühjahr und Herbst regelmäßig Hechte und Barsche fangen. Früh morgens lohnt sich das Spinnfischen entlang der Krautfelder.
Tutzing
Vor Tutzing fällt der See schnell in größere Tiefen ab. Gerade vom Boot aus bieten sich hier hervorragende Möglichkeiten auf Renken und im Frühjahr auch auf Seeforellen. Die tiefen Kanten sind oft sehr fischreich.
Bernried
Bernried bietet abwechslungsreiche Unterwasserstrukturen mit steil abfallenden Bereichen. Besonders Barsche stehen hier häufig an den Kanten und lassen sich mit kleinen Gummifischen oder Dropshot-Montagen gezielt befischen.
Seeshaupt
Im südlichen Bereich des Sees finde ich immer wieder interessante Übergänge zwischen Flachwasser und tieferen Zonen. Vor allem im Herbst konnte ich dort schöne Hechte überlisten.
Berg und Leoni
Die steil abfallenden Ufer bieten gute Chancen auf größere Raubfische. Besonders bei leichtem Wind jage ich hier gerne mit größeren Wobblern oder Gummifischen den Hechten nach.
Meine drei erfolgreichsten Fangmethoden
1. Renkenfischen mit der Hegene
Wenn mich jemand nach der typischsten Angelmethode am Starnberger See fragt, ist meine Antwort eindeutig: die Hegene auf Renken.
Ich fische überwiegend mit einer 5-Haken-Hegene, da diese in Bayern weit verbreitet und für das Renkenfischen sehr effektiv ist. Besonders bewährt haben sich bei mir Nymphen in den Farben:
- Weiß
- Creme
- Hellgrün
- Olive
- Schwarz mit roten Akzenten
- UV-Pink an trüben Tagen
Bei Sonnenschein bevorzuge ich eher dezente Farben, während an bedeckten Tagen oder in größerer Tiefe UV-aktive Muster häufig mehr Bisse bringen.
Als Beschwerung verwende ich meist ein 20 bis 40 Gramm schweres Birnen- oder Tropfenblei. An windigen Tagen oder bei stärkerer Drift darf es auch etwas schwerer sein, damit die Montage möglichst senkrecht unter dem Boot bleibt.
Die richtige Tiefe
Die größte Herausforderung besteht darin, die Renken überhaupt zu finden. Ein Echolot ist dabei aus meiner Sicht fast unverzichtbar.
Meine Erfahrungen:
- Frühjahr: meist zwischen 10 und 20 Metern
- Sommer: häufig 18 bis 35 Meter
- Spätsommer: oft 25 bis 40 Meter
- Herbst: wieder flacher zwischen 12 und 25 Metern
Stehen die Fische beispielsweise auf 24 Metern, lasse ich die Hegene bis etwa 25 Meter ab und hebe sie anschließend langsam wieder an. Die meisten Bisse erfolgen während der langsamen Aufwärtsbewegung.
Die Führung sollte möglichst ruhig erfolgen. Ich hebe die Rute lediglich 20 bis 40 Zentimeter an und lasse die Montage anschließend langsam absinken. Zu hektische Bewegungen bringen deutlich weniger Erfolg.
2. Spinnfischen auf Hecht und Barsch
Beim Spinnfischen setze ich hauptsächlich auf die frühen Morgenstunden oder die Zeit kurz vor Sonnenuntergang.
Meine Lieblingsköder sind:
- Gummifische zwischen 10 und 15 cm
- Wobbler mit 1 bis 3 Metern Lauftiefe
- Blinker
- Spinner
Im Frühjahr stehen viele Hechte noch relativ flach. Im Sommer ziehe ich häufiger an tieferen Kanten entlang oder suche Krautfelder auf.
Barsche lassen sich hervorragend mit kleinen Gummifischen am Jigkopf oder an der Dropshot-Montage fangen. Besonders an den Steilkanten vor Bernried oder Tutzing konnte ich immer wieder schöne Schwärme finden.
3. Ansitzangeln mit Naturködern
An ruhigen Sommerabenden genieße ich das klassische Ansitzangeln.
Je nach Zielfisch verwende ich:
- Tauwürmer
- Maden
- Köderfische
- Mais auf Karpfen
Mit einem Köderfisch lassen sich in den Abendstunden regelmäßig Hechte überlisten. Schleien und Brassen reagieren hervorragend auf Würmer oder Maden.
Gerade an ruhigeren Uferabschnitten entwickelt diese Angelmethode ihren ganz eigenen Charme. Während die Sonne langsam untergeht, hört man nur noch das Wasser und wartet gespannt auf den nächsten Biss.
Mein persönliches Fazit
Der Starnberger See ist kein Gewässer, das seine Fische leicht hergibt. Gerade das macht ihn für mich so faszinierend. Wer sich mit den Tiefen, den Jahreszeiten und dem Verhalten der Fische beschäftigt, wird mit tollen Angelerlebnissen belohnt.
Für Einsteiger empfehle ich das Spinnfischen auf Hecht oder Barsch. Wer den See besser kennenlernt, sollte unbedingt einmal das traditionelle Renkenfischen mit der Hegene ausprobieren – für mich gehört diese Angelmethode einfach zum Starnberger See dazu.
Vielleicht begegnen wir uns ja einmal draußen auf dem Wasser.
Petri Heil!



Fachlicher Hinweis: Die optimale Renkentiefe kann sich sogar innerhalb eines Tages deutlich ändern. Deshalb orientiere ich mich immer zuerst an verschiedenen Angeltiefen der Hegene und passe dabei die Tiefe entsprechend an. Außerdem solltest du die aktuell geltenden Fischereivorschriften beachten – etwa zur zulässigen Anzahl der Anbissstellen an einer Hegene sowie zu Schonzeiten und Mindestmaßen. Diese können sich ändern und sollten vor jedem Angelausflug geprüft werden.



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